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400 NATO-Soldaten im Þjórsárdalur, Bürger verärgert

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400 NATO-Soldaten im Þjórsárdalur, Bürger verärgert

Im Þjórsárdalur ist es nur einmal im Jahr richtig voll, ansonsten ist die Idylle des Tales nahezu ungestört. Photo: Dagmar Trodler

Die Pläne für eine NATO-Heeresübung im Þjórsárdalur in Südisland haben in der Gemeinde Skeiða-og Gnúpverjahreppur für öffentliche Diskussion gesorgt, berichtet mbl.is. Bei der Gemeindeverwaltung sind zu der geplanten Übung nun schriftliche Anfragen von besorgten Bürgern eingegangen.

Gemeindevorstand Björgvin Skafti Bjarnason gab an, die Angelegenheit sei dem Gemeinderat nicht vorgelegt worden, er findet, angesichts der Personenzahl, die an der Übung teilnimmt, sowie angesichts frührer militärischer Übungen im Þjórsárdalur, müsse man "keinen Wind darum machen".

Er sei jedoch auf das Angebot eingegangen, einen Vertreter der isländischen Polizei vor Ort zu empfangen und sich von ihm erklären zu lassen, was im Tal eigentlich geplant ist.

Am 19. und 20. Oktober findet in Reykjavík ein organisatorisches Treffen zur NATO-Übung Trident Juncture 2018 statt. Im Gefolge dieser Übung sollen zehn Kriegsschiffe mit 6000 Marinesoldaten nach Island kommen. Gleichzeitig ist eine sogenannte Winterübung im Þjórsárdalur mit 400 Soldaten geplant.

Skafti gab an, von der isländischen Polizei über die Übung unterrichtet worden zu sein, wegen der vielen Anfragen aus der Bevölkerung habe er sich für weitere Informationen nun auch an das Aussenministerium gewendet.

In Anbetracht der Soldatenzahl habe er jedoch keinen Anlass gesehen, Bedenken gegen die Pläne zu äussern, vielmehr hoffe er auf Schnee, damit die Soldaten auch Winterbedingungen vorfänden. Die Polizei sei vor Ort und trage Sorge dafür, dass alles reibungslos verlaufe.

In der Bevölkerung regt sich bereits Widerstand gegen die NATO-Übung, die per Zeitungsartikel bekannt geworden ist.

Wie RÚV berichtet, beginnt Trident Juncture 2018 am 25. Oktober in Norwegen. Sie ist mit 50.000 beteiligten Soldaten die grösste NATO-Übung in Norwegen seit 30 Jahren.

Am 16. Oktober gibt es Übungen in Hafnir auf der Halbinsel Reykjanes und am NATO-Stützpunkt am Flughafen in Keflavík. Etwa 400 US-amerikanische Soldaten üben die Erstürmung des Strandes von Sandvík, etwa 120 Personen werden per Hubschrauber in eine geheimgehaltene Sicherheitszone gebracht, um dort die Verteidigung des Hauptquartiers der isländischen Küstenwache zu proben.

Die Polizeieliteeinheit Viking Squad wird ebenfalls an der Übung teilnehmen.

Die bereits erwähnte Winterübung im Þjórsárdalur findet mit 400 Marinesoldaten am 19. und 20. Oktober statt, bevor die zehn Kriegsschiffe weiter nach Norwegen fahren.

In einer Erklärung des Aussenministeriums heisst es, Island habe Einzelheiten der Übung im Land an die OSCE gemeldet, sodass die Medien die Ereignisse mitverfolgen und von den Übungen und dazugehörigen Veranstaltungen berichten können.

Island ist seit 1949 Mitglied der NATO, der Beitritt erfolgte unter der Prämisse dass das Land keine eigenen Streitkräfte unterhält.

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