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Anwaltslizenz für verurteilten Mörder

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Anwaltslizenz für verurteilten Mörder

gavel as used in courts

Photo: sxc.hu.

Das Reykjavíker Bezirksgericht hat einem Antrag von Atli Helgason stattggegeben, in welchem dieser auf die Wiedererteilung seiner Anwaltslizenz plädiert, berichtet Vísir.

Atli war im Jahr 2001 zu 16 Jahren Haft wegen Mordes an Einar Örn Birgison verurteilt worden, seine Anwaltslizenz war ihm damals entzogen worden.

Vor zwei Jahren war seine Ehre offiziell wiederhergestellt worden, ein kontrovers diskutierter Prozess, welcher einem verurteilten Verbrecher seinen sozialen Status samt Möglichkeit zur Berufsausübung zurückgibt.

Der Staatsanwalt sprach sich gegen Atlis Antrag aus. Bislang ist unklar, ob er in Revision gegen die Entscheidung des Gerichtes gehen wird.

Im September vergangenen Jahres hatte das isländische Parlament mit überragender Mehrheit das Gesetz zur Ehrwiederherstellung abgeschafft.

Das etwa 70 Jahre alte Gesetz war zuvor auf breiter gesellschaftlicher Basis heftig diskutiert worden, nachdem das Bezirksgericht Reykjanes einem verurteilten Kinderschänder die Anwaltslizenz am Bezirksgericht wiedererteilt hatte.

Ein weiterer Fall von Ehrwiederherstellung hatte zum Sturz der vormaligen Regierung unter Premierminister Bjarni Benediktsson geführt, nachdem die damalige Justizministerin der Öffentlichkeit verheimlicht hatte, dass der Vater des Premierministers ein Empfehlungsschreiben zur Ehrwiederherstellung eines Verurteilten ausgestellt hatte.

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